Liturgie als Gebets- und Glaubensschule
Gottesdienste feiern - das tun wir: manche regelmäßig, andere zu verschiedenen Anlässen... Verstehen zu lernen, was darin geschieht, warum was auf welche Weise gefeiert wird, das ist ein eigener intensiver Weg, der immer mehr den Reichtum und die Schönheit der Liturgie entdecken lässt.
Es ist eines, sich auf Gewohntes immer wieder einzulassen. Und ein anderes, sich auf den Weg zu machen, der Liturgie, deren Elementen, der Dramaturgie, die sich darin abbildet, einmal nachzugehen, darüber nachzudenken und mit anderen ins Gespräch zu kommen: Was bedeutet etwa das Kreuzzeichen? Warum stehen, sitzen oder knien wir? Wie ist der Gottesdienst aufgebaut und warum auf diese Weise? Wer diesen Weg beschreitet, begegnet immer neuen Fragen und vielleicht auch immer mehr der Lust, die Dinge zu durchdringen, zu verstehen und sie dann im aktuellen Vollzug je neu zu erleben und mitzufeiern. In einer solchen Erschließung der Liturgie – von ihrer geschichtlichen Entwicklung und den theologisch-geistlichen Grundlinien her – werden auch wie von selbst Fragen des Glaubens geweckt und Fragen, die den Bezug der gefeierten Liturgie zum je eigenen gelebten Alltag betreffen: wie durchdringt die Liturgie meinen Alltag in all seinen oft herausfordernden Facetten und Belangen? Wie nährt die Liturgie mein Leben, so dass ich die Kraft finde, diesen Alltag glaubend zu bestehen? In erster Linie will diese Erschließung der Liturgie in ihren vielfältigen Dimensionen neue Zugänge und Erfahrungsräume öffnen zur Feier und zum Verständnis dessen, was sie bedeutet. In allem geht es um die Begegnung mit Jesus Christus – im Wort, im Gesang, in der Haltung, in der Form. Und es geht um die je eigene Antwort – wiederum in Wort, Gesang und Haltung.
Im lebendigen Feiern Nahrung und Tiefe in der Beziehung zu Christus suchen und neue Anknüpfungspunkte zu finden für das je eigene, persönliche Leben und das Leben in Gemeinschaft, das will jede Einheit in eigener Weise vermitteln: Liturgie und Spiritualität in ihrem konkreten und grundlegenden Bezug, Liturgie und Glaube als unverzichtbare Komponenten christlicher Existenz und dies nicht nur als Vermittlung von „Wissen über“, sondern auch im Betrachten der spirituellen Inhalte.
So will diese Schule ein Beitrag sein zur Liturgischen Bildung im Sinne einer theologisch-geistlichen Erschließung liturgischer Vollzüge und in allem der Aufmerksamkeit auf Ursprung, Mitte und Ziel allen Glaubens Raum geben: Jesus Christus, dem WORT des lebendigen Gottes.
Die Liturgie- und Gebetsschule in Mannheim gestaltet auf diesem Hintergrund seit 2008 Veranstaltungen, die in Basiskursen liturgische Grundthemen in den Blick nehmen (mit Klammern ( ) gekennzeichnet):
Liturgie – Dialog zwischen Gott und Mensch, die Taufe als Fundament christlichen Lebens, die Feier des Wortes Gottes, Eucharistie als Quelle und Höhepunkt allen kirchlichen und liturgischen Handelns...
Daneben finden Vertiefungsangebote statt mit geistlicher Erschließung und Fragestellungen liturgiepraktischen Handelns. Durchgehende Elemente sind: Vortragsimpulse, Austausch im Gespräch, Stille Zeiten (zur persönlichen Betrachtung) und verschiedene Formen gottesdienstlichen Feierns.
Die Veranstaltungen können auch einzeln besucht werden.